By Hans Beck

Erinnerung und Gedachtnis stehen seit geraumer Zeit im Zentrum kulturwissenschaftlicher Debatten. Die kollektive Vergegenwartigung von Vergangenheit, ihre mediale Prasentation, sinnstiftende und handlungsleitende Funktion und ihre Verankerung in sozialen Praktiken und Diskursen, fur die sich die Bezeichnung Geschichtskultur eingeburgert hat, gehoren mittlerweile zum Themenkanon aller historischen Disziplinen. Die in diesem Band versammelten Studien fragen nach dem Zusammenhang von Feiern und Erinnern in der griechisch-romischen Welt und verfolgen ihn uber ein ganzes Jahrtausend hinweg: vom klassischen Griechenland bis in die Spatantike. An konkreten Beispielen wird gezeigt, daa Fest- und Erinnerungskultur in der Antike eng verbunden waren, weil viele Feste Vorstellungen uber eine dem Anspruch nach fur alle verpflichtende Vergangenheit transportierten, die im gemeinsamen Vollzug regelhafter Handlungsfolgen vergegenwartigt und verinnerlicht wurden. Die Geschichtsbilder, die im Fest vermittelt wurden, waren meist simpel, aber sie erreichten einen groaen Personenkreis und pragten sich diesem oft nachhaltig ein. Auf eine ausfuhrliche Einleitung, die den Band forschungsgeschichtlich situiert, folgen sechs Einzelstudien, je eine zu Festen im klassischen Griechenland und in den hellenistischen Burgerstaaten, zu Festen in der romischen Republik und zu Festkalendern der fruhen Kaiserzeit, zu den Jubilarfeiern romischer Kaiser und zur kosmischen' Bedeutung des Hippodroms in Konstantinopel.

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Denn natürlich fei- politisiertes memoriales Ensemble aus Tempel, Altar und Denkmälern, das an erten auch andere Poleis die Ereignisse erinnerte, die sich im Sommer 479 zugetragen hatten. Memoriert Beitrag zum griechischen mit denen an Plataiai - und am gen griechischer Städte im Kampf gegen die drohende Unterdrückung - auch Pausanias44 und in Megara wurde Zu einem späteren wurden auch periodische Siegesfeste instau- riert. Plutarch führt die dieser ,Großen Eleutherien' auf einen Beschluß des l\risteides doch schöpft sein Bericht hier höchstwahr- scheinlich aus Quellen, die athenische ,Fälschungen' des 4.

30 Tropaion und, damit eng verbunden, die Zuweisung des Tapferkeitspreises entbrannt sein. Um eine weitere Eskalation zu vermelden, einigte man sich auf Antrag der Korinther darauf, beides den Plataiern zuzuerkennen, da künftig "keine der In dem Verweis auf den Trojanischen I

Juni, 20. Juli, 1 1 . ). Die prominentesten Beispiele sind natürlich die großen mit denen an die Schlachten der Perserkriege erinnert wurde. h. in der überschaubaren Erfahrungsgemeinschaft der Stadt, konstituiert. Die Erinne­ rung an die Perserkriege verdeutlicht somit bereits ein wesentliches Struktur­ merkmal der griechischen Geschichtskultur im 5. und 4. Jahrhundert. Auf der einen Seite stand der kognitive Prozeß von Erfahrung und Verarbeitung von die die Griechen als Kollektiv betraf, auf der anderen die individuelle Perspektive der Polis, in der sich Vergangenheit mikroskopisch in 21 22 23 24 den Errungenschaften der Heimatstadt bündelte.

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